Jerusalemer Defintion des Antisemitismus
Ende März 2021 wurde die von einer internationalen Gruppe von Wissenschaftler:innen erarbeitete Definition der Öffentlichkeit vorgestellt:
Antisemitismus ist Diskriminierung, Vorurteil, Feindseligkeit oder Gewalt gegen Jüdinnen und Juden als Jüdinnen und Juden (oder jüdische Einrichtungen als jüdische).
Hier die deutsche Fassung mit den dazugehörenden Leitlinien
Zum Hintergrund:
In 2020, a group of scholars in Antisemitism Studies and related fields, including Jewish, Holocaust, Israel, Palestine and Middle East Studies, came together under the auspices of the Van Leer Jerusalem Institute to address key challenges in identifying and confronting antisemitism. During a year of deliberations, they reflected on the use of existing tools, including the working definition adopted by the International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), and its implication on academic freedom and freedom of expression.um
Noch mehr – nötige – Arbeit!
Ozan Zakariya Keskinkiliç als Mitglied in der Berliner Kommission gegen antimuslimischen Rassismus berufen
… und wir freuen uns, auch wenn es schöner wäre, daß diese Arbeit nicht nötig wäre.
Unser Autor Ozan Zakariya Keskinkiliç („Die Islamdebatte gehört zu Deutschland„) wurde als Mitglied in die Expertenkommission berufen, die Berlin als erstes Bundesland eingerichtet hat. Ziel sei, das Handeln von Politik und Verwaltung auf den Prüfstand zu stellen und bis zum Frühjahr 2022 konkrete Empfehlungen für die Politik zu erarbeiten.
Bei AphorismA erschien von ihm ein für diese neue Arbeit einschlägiger Titel:

Weitere Mitglieder sind Zülfukar Cetin von der Evangelischen Hochschule Berlin, Sanem Kleff von der Kampagne „Schule ohne Rassismus“ und Yasemin Shooman vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Das Islamforum der Integrationsbeauftragten entsendet zudem Lydia Nofal und Mohammed Hajjaj in das Gremium.
Musik für die Augen
Wir blättern in den Büchern, die wir in den letzten Jahren machen konnten:
Das heutige Zitat stammt aus dem 2018 bei AphorismA erschienenen Band
„Musik für die Augen – Schrift als Wahrnehmungsraum“, der besonders durch die Kalligraphien von Shahid Alam zu Tora, Bibel und Koran besticht.
AphorismA – ISBN 978-86575-072-3 – 164 S. – 10,00 € Schutzgebühr (Hardcover)

Aus der Bilanz wurde ein Vermächtnis
Gerade hatten wir ihm, der schon schwer erkrankt war, noch seine neue Veröffentlichung zugeschickt: Allen Anfeindundungen zum Trotz.
Der Text, der eine Bilanz des lebenslangen Bemühens von Dr. Reiner Bernstein um Verständigung in und mit Israel und Palästina ist, wurde durch den Tod den Autors am 18. Februar 2021 zu seinem Vermächtnis:
„Kein Friede für Israel, ohne Friede für die Palästinenser.
Kein Frieden für die Palästinenser, ohne Frieden für Israel.“

Czernowitzer Poesie
Die Berliner Zeitung hat eine Serie begonnen, in der die Schriftstellerin Tanja Langer kleine Porträts von Dichterinnen und Dichtern aus Czernowitz versammelt. Den Anfang macht dabei Itzig Manger, der Prinz der jiddischen Ballade, wie es über ihn hieß.

„My dear Roisele“, so die Briefanrede Mangers an Rose Ausländer, auch eine Czernowitzer Dichterin. So lautet deshalb auch der Titel eine Buches über Jiddische Dichter der Bukowina, das es bei AphorismA gibt.

Nie wieder
Wir erinnern an die Synagoge (heute) Fraenkelufer in Berlin, erbaut von Alexander Beer, die in der Nacht vom 9./10. November 1938 geschändet und zerstört wurde.

DIe Erinnerungen seiner Tochter Beate Hammett an die Flucht im Kindertransport nach England gibt es bei uns als Buch: Schritte über den Abgrund – Aufbruch am Ufer. 978-3-86575-064-8 | shop.aphorisma.eu: 100_064
Nie wieder.

… mit zur Sonne blickenden Augen

Wir freuen uns über das Interessse an unserer Neuerscheinung:
Assaad E. Kattan, seines Zeichens Professor für orthodoxe Theologie an der Universität Münster/W. hat hier seine Kolumnen aus dem letzten Jahr zusammengestellt, die ursprüglich in der arabischen Presse im Libanon erschienen sind: Einfühlsame Nachzeichnung der freiheitlichen Regungen im Libanon, von denen sich Assaad Kattan erhofft, daß sie zum Ausgangspunkt radikaler Veränderungen bis hin zur Etablierung von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit im Nahen Osten werden.
Prof. Georges Tamer von der Universität Erlangen-Nürnberg ordnet die Beiträge in seiner Einleitung in die aktuelle Entwicklung des Libanon ein.
Der Band bringt dazu eine Auswahl von Graffiti aus dem heutigen Beirut.
Assaad Elias Kattan:
… mit zur Sonne blickenden Augen.
Texte zum libanesischen Aufstand vom 17. Oktober 2019
Mit einem Vorwort von Geroges Tamer.
Bildbeigaben aus der Sammlung Akram Reyess (Beirut)
Berlin (AphorismA) 2020 | Softcover | 70 S. | 978-3-86575-091-4 | 10,00 €
Weitere Veröffentlichung des Autors
Von Assaad E. Kattan ist bei AphorismA schon erschienen und noch lieferbar:
Qasem Schneider in Beirut. Geschichten mit Migrationshintergrund.

Zu Ehren Paul Celans
Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier hat am 2. November – soweit es die Corona-Bedingungen zuließen – mit einem Kulturabend einen Dichter deutscher Zunge geehrt, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre und vor 50 Jahren in Paris den Tod fand: Paul Celan. Seine Gedichte, seine Texte stehen wir wenige andere für die Brüche und Wege deutscher Idenität im 20. Jahrhundert. Die Rede des deutschen Staatsoberhauptes läßt sich sich hier nachlesen und herunterladen.
Rede_BP_Paul-Celan-Abend_3.11.2020 Herunterladen
Cornelia Geißler in der Berliner Zeitung ist zuzustimmen, daß es schön wäre und wichtig, nicht nur diese Rede, sondern die ganze Veranstaltung online zugänglich zu machen … das Bundespräsidialamt hat ja noch Zeit, vielleicht bis zum 23. November, seinem Geburtstag!
Zu Celans Geburtsstadt Czernwitz /Cernauti ein kleiner Hinweis auf passende AphorismA -Publikationen:
Neu-alte Peripherie. Die Vielfalt Europas in der Ukraine

und
KT 73 | Aleida Assmann: Das Gedächtnis der Stadt.

Schritt über den Abgrund
Erinnerungen an einen Kindertransport – Über eine kommende Publikation bei AphorismA

Eindrucksvoll mag ein solches Bild auf den einen oder anderen wirken. Da kommen Reisegedanken und Fernweh auf – wobei doch seine Geschichte ein so anderes Bild vermittelt.
Mit eben jenem Schiff wurden hunderte Kinder während des Zweiten Weltkrieges über den Ozean, fort von Ihren Familien in der Heimat nach Großbritannien gebracht, auf engem Raum einer ungewissen Zukunft entgegen.
In dem bald erscheinenden Band „Schritt(e) über den Abgrund“ erzählt die Tochter des Architekten Alexander Beer, Beate Hammett, von ihren Erinnerungen an den Kindertransport und erhält damit nicht nur die Geschichte am Leben, sondern hilft zugleich dem Aufbauprojekt der Synagoge Fraenkelufer, die ihr Vater als Architekt gebaut hatte und im Zuge der Reichspogromsnacht geschändet wurde.
Aufbruch am Ufer heißt das Projekt und setzt ein Zeichen für eine neue und interkuturell offene Sichtbarkeit jüdischen Lebens im Herzen der deutschen Gesellschaft.

