‚Ich hoffe…‘ Rayek R. Rizek zur Corona-Pandemie und seiner Autobiographie

Die bereits seit langem bestehende Debatte um die Gleichberechtigung von Israel und Palästina kommt auch während der aktuellen Situaton nicht zur Ruhe. Wie man / frau in Israel die Pandemie und die mit dieser einhergehenden Limitierungen, Probleme und Herausforderungen wahrnimmt, das läßt sich in dem neu erscheinenden israel & palästina Heft des diAk nachlesen.

Darin schrebt unter anderen einer unserer Autoren Rayek R. Rizek, in seinem Text „Corona – Es gibt keine von Gott Privilegierten„, über die sowohl negativen, als auch positiven Auswirkungen des Viruses auf Gesellschaften, Länder und die Welt im allgemeinen. Er betont seinen starken Glauben daran, daß Gut und Schlecht, Segen und Fluch stets Hand in Hand gehen und richtet gerade deswegen ganz bewußt in dieser schwierigen Zeit seinen Blick auf die positiven Auswirkungen, ohne dabei jedoch die negativen, die Herausforderungen und Ängste außer Acht zu lassen.

Ich hoffe, dass der wirtschaftliche Zusammenbruch
alle Nationen, die direkt
oder indirekt an der Verursachung,
Intensivierung oder Fortsetzung von
Konflikten beteiligt sind, dazu zwingen
wird, mit einer derartigen Politik
aufzuhören.
Ich hoffe, dass diese Länder an einen
Punkt gelangen werden, an dem sie
sich ihre Armeen, Militärbasen und
Flotten nicht mehr leisten können,
und ich hoffe dies insbesondere für all
diejenigen unter ihnen, die unmenschliche,
traurige und fruchtlose Konflikte
aufrechterhalten.
Mein ganzes Leben habe ich auf ein
Wunder gewartet, das der ganzen
Welt die Augen öffnet für die wichtigste
Wahrheit: unser gemeinsames und
gleichberechtigtes Mensch-sein. Niemals
hätte ich erwartet, dass dies Wunder
das Resultat der Bedrohung durch
einen Virus sein könnte, während die
meisten Menschen auf eine Bewusstseinsveränderung,
den Messias oder einen
anderen Propheten gewartet haben.
Könnte es sein, dass das Schicksal
angesichts des Unmaßes an menschlichem
Leid, Umweltzerstörung und
politischer Heuchelei vom globalen
politischen System schlicht die Nase
voll hat?
Könnte diese Krise die Ohrfeige sein,
welche die Welt schon seit einiger Zeit
nötig hat?
Ich hoffe es.

Corona – Es gibt keine von Gott Privilegierten
Von Rayek R. Rizek; Oase des Friedens, Anfang Mai 2020
Übersetzt von © Ulla Philipps-Heck
15.05.2020

Lesen Sie den ganzen Text Rayek R. Rizek’s hier:

Der Ameisenbär und der Jaguar, R. R. Rizek; AphorismA
Der Ameisenbär und der Jaguar – R. R. Rizek; AphorismA

Oder im neuen israel & palästina Heft (bestellbar über unseren Blog oder per Mai an info@aphorisma.eu)!

Rayek R. Rizek veröffentlichte außerdem in unserem Verlag seine Autobiographie „Der Ameisenbär und der Jaguar – Sind sie unser Schicksal? Eine Geschichte aus der Oase des Friedens

Diese Autobiographie von Rayek Rizek ist ein Medium, um seine Erfahrungen und Begegnungen als arabisch-orthodoxer Christ in einem friedensbewegten Dorf mit uns zu teilen. Wir lesen Reflexionen eines Lebens auf der Suche nach einem Dasein ohne Schmerz, das doch durch die widrigen Umstände eines anhaltenden Konflikts verhindert wird.

Aus der Einleitung:
„Schon lange wollte ich gern ein Buch über die Gemeinschaft schreiben, in der ich lebe. In vielerlei Hinsicht gibt es sie nur einmal auf dieser Welt; sie ist ein Ort, an dem Juden und Palästinenser (Christen und Muslime) aufgrund einer bewussten Entscheidung
miteinander leben. […] Unsere Gemeinschaft betrachtet sich als real existierenden Samen einer hoffnungsvolleren Alternative für uns alle. […] in dieser ungewöhnlichen Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten hat es mir erlaubt, mit tausenden von Menschen zu sprechen – nicht nur mit Juden und Palästinensern aus unserer Region, sondern mit vielerlei Menschen aus der ganzen Welt. So entstand so etwas wie meine eigene Feldforschung mit einer großen, vielgestaltigen Zielgruppe, wie sie nur sehr wenigen Forschern zur Verfügung steht. Nun, nach 32 Jahren, ist die Zeit gekommen, mit anderen zu teilen, was ich dabei gelernt habe.“

Der Ameisenbär und der Jaguar
Sind sie unser Schicksal? Eine Geschichte aus der Oase des Friedens
Rayek R. Rizek
Übersetzt und herausgegeben von Ulla Philipps-Heck
Schriftenreihe des diAk Band 45
AphorismA Verlag – Berlin 2019
ISBN 978-3-86575-087-7 | 318 S. | 20,00 € | bestellen

israel & palästina Heft 4 | 2016 Combatants for Peace – Ein Kalenderbegleiter durch das Jahr 2017

Es gibt auch Israelis und Palästinenser(innen), die sich diesem scheinbaren Schicksal nicht ergeben, sondern tatkräftig an der Vision einer neuen Realität im Heiligen Land arbeiten. Die Combatants for Peace erfahren seit einigen Jahren immer mehr Zulauf – auf beiden Seiten der Trennmauer, ehemalige israelische Soldat(innen) und palästinensische Widerstandskämpfer(innen). Sie nutzen die Kraft ihrer Biographien und tun genau das, was die Konfliktparteien zu verhindern versuchen: dem Anderen auf Augenhöhe zu begegnen und seine Ängste ernst zu nehmen.
Bei den Combatants for Peace streitet man nicht über Ein- oder Zwei-Staatenlösung, man diskutiert auch nicht über Schuld und Rache, sondern sucht gemeinsam Wege aus der Aussichtslosigkeit der Gewaltspirale. Ob beim gemeinsamen Wiederaufbau eines von der Armee zerstörten Spielplatzes in einem palästinensischen Dorf im Jordantal, in gewaltfreien, kreativen Protestmärschen gegen die Besatzung aber auch in der gemeinsamen Erinnerung und Trauer um Angehörige, die in diesem Konflikt ihr Leben lassen mussten. (Aus dem Vorwort)
Dieser Kalender stellt mit vielen Photos und Geschichten die Personen und Projekte hinter der Initiative Combatants for Peace vor. Jeden Monat wird ein neues Kalenderblatt an dieser Stelle vorgestellt.
Herausgegeben vom diAk e.V. Israel ■  Palästina ■ Deutschland — zusammen denken
Heft 4, mit Spiralbindung | 2016 – 978-3-86575-364-9 | 26 S. | Einzelheft: 10,00 € Jahresabonnement: 32,00 € plus 6,00 € Versandkosten, Auslandspreise auf Anfrage
http://aphorisma.de/catalog/israel-palaestina-2016-iv-p-9899.html
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Der neue Newsletter ist da!

Unser neues Newsletter ist online und verschickt (zum Bestellen des Newsletters einfach eine kurze Mail an newsletter@aphorisma-verlag.de schicken).
Mit dabei: die neue Ausgabe von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog des diAk, dieses Mal als Themenheft zu Givat Haviva, eine Einladung zur Subsription zum Bildband ‚We Refuse to be Enemies‘ – ein Projekt des Photographen Christian Kratz zum ‚Tent of Nations‘ sowie eine kurze Projektvorstellung zur geplanten Ausstellung der Werke des fast vergessenen Künstlers Arthur Kolnik.

Neu erschienen: israel & palästina – Zeitschrift für Dialog II|2016: Givat Haviva

i&p_2_2016_Umschlag.inddDas soeben bei AphorismA erschienene neue Heft von israel & palästina des diAk e.V. ist Givat Haviva gewidmet, einer Initiative, die seit vielen Jahren mit Programmen, Bildungs- und Kulturarbeit und der Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Netzwerken einen Ort jüdisch-arabischer Verständigungsarbeit in Israel aufgebaut hat.
Die reich bebilderte Ausgabe stellt die Organisation in seiner ganzen Bandbreite, mit Bezug auf die internationale Reichweite, den deutschen Freundeskreis, die traditionellen und neuen Dialogprogramme als auch das neue Flaggschiff-Programm „Shared Communities“ vor. Weiterhin spricht die Journalistin Ute Hempelmann in einem Interview mit dem Programmdirektor Mohammad Darawshe über Givat Havivas Vision einer „Shared Society“ – einer israelischen Gesellschaft, an der alle Bürger(innen) gleichberechtigt teilhaben.
Der vollständige Inhalt und der Link zum Heft findet sich hier. Zum Heft ist als Beilage eine Postkarte erschienen, die auch seperat zu erwerben ist.
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