Schritt über den Abgrund

Erinnerungen an einen Kindertransport – Über eine kommende Publikation bei AphorismA

S. S. Manhattan, United States Lines - AphorismA Verlag 2020
Das Schiff, mit dem hunderte Kinder im Zuge der Kindertransporte im Zweiten Weltkrieg nach Groß Britanien gebracht wurden.

Eindrucksvoll mag ein solches Bild auf den einen oder anderen wirken. Da kommen Reisegedanken und Fernweh auf – wobei doch seine Geschichte ein so anderes Bild vermittelt.

Mit eben jenem Schiff wurden hunderte Kinder während des Zweiten Weltkrieges über den Ozean, fort von Ihren Familien in der Heimat nach Großbritannien gebracht, auf engem Raum einer ungewissen Zukunft entgegen.

In dem bald erscheinenden Band „Schritt(e) über den Abgrund“ erzählt die Tochter des Architekten Alexander Beer, Beate Hammett, von ihren Erinnerungen an den Kindertransport und erhält damit nicht nur die Geschichte am Leben, sondern hilft zugleich dem Aufbauprojekt der Synagoge Fraenkelufer, die ihr Vater als Architekt gebaut hatte und im Zuge der Reichspogromsnacht geschändet wurde.

Aufbruch am Ufer heißt das Projekt und setzt ein Zeichen für eine neue und interkuturell offene Sichtbarkeit jüdischen Lebens im Herzen der deutschen Gesellschaft.

Hörend erleben…

In der aktuellen Situation mag zwar jeder ein wenig mehr Zeit zum Lesen finden, jedoch fehlt dabei eine wichtige Komponente: der Austausch und der Klang. Einen Austausch findet man glücklicherweise auf den Social Media Plattformen, kann mit Freunden und Familie telephonieren und vielleicht auch den ein oder anderen nach der langen Zeit der Selbstquarantäne wieder treffen. Was nach wie vor jedoch aussteht, sind die klingenden Worte – Sprachklang – hörend erleben…

Ein Umstand der einen das Herz zerreißt kommt es zu Lyrik.

Online-Lesungen

So haben wir bei AphorismA beschlossen kleine online Lesungen zu veranstalten. Diese kommen sowohl auf Instagram online, als auch hier auf unserem Blog.
Denn Sprache soll klingen und Worte wollen gehört werden!

Mati Shomoelof gibt eine Lesung – AphorimsA

Den Anfang macht einer unserer wichtigsten Dichter: Mati Shemoelof, der mit seinem Gedichtband „Bagdad Haifa Berlin“ bereits seit letztem Jahr immer wieder im Gespräch ist.

Er liest „ich bin juden dichtar“ und „Ein Jüdischer Araber in Berlin“ – wortgewandt und nachdenklich – ehrlich und von einer besonderen Sprachschönheit geprägt, die durch das Zusammenspiel der beiden Sprachen, Hebräisch und Deutsch, entsteht. Ein hin und her, wobei der Klang der Worte einen ganz eigenen Sinn zu tragen scheint.

Hören Sie die Lesung entweder auf unserem Instagram Kanal oder hier auf unserem Blog.

Aus dem Verlagsprogramm…

Christian Theology in the Palestinian Context“ (Christliche Theologie im Kontext von Palästina) umfaßt 30 Jahre theologischer Arbeit im Heiligen Land. Herausgegeben von Rafiq Khoury, Priester des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Gründungsmitglied des Al-Liqa Zentrums und seinerzeit Sekretär der Katholischen Synode des Heiligen Landes, und Rainer Zimmer-Winkel, Theologe und Verleger von AphorismA, seit Mitte der 80er Jahre im heiligen Land aktiv, nimmt das Buch die Entwicklungen einer kontextuellen Theologie in den Blick, immer im Rahmen der politischen und religiösen Herausforderungen vor Ort.

Mittlerer Osten und besonders Palästina bilden nicht nur den Ort der geographischn Herkunft des Christentums, sondern auch einen Ort außerordentlicher Spannungen, da Palästina im Zentrum des arabisch-israelischen Konfliktes liegt. Zugleich ist es das Heilige Land für Juden, Christen und Muslime mit ihrer jeweiligen Pluralität an Gemeinden und die Projektionsfläche weltweiter Sehnsüchte…

Aus dieser historisch und politisch aufgeladenen Gegend kommend, trägt der Band die Frucht einer ersten Generation christlicher Theologie in (und für) Palästina zusamen. Alle wichtigen Vertreterinnen und Vertreter der Christlichen Theologie des Landes sind mit einem, für sie kennzeichnenden Beitrag vertreten. Dazu die vier zentralen Dokumente der Entwicklung der Theologie vor Ort, jeweils mit einer Einleitung (Theology and the Local Church in the Holy Land [1987]; Pray for Peace in Jerusalem [1991]; Palestinian World Day of Prayer Liturgy [1994]: Go, See and Act; Kairos | A moment of truth – A word of faith, hope and love from the heart of Palestinian suffering [2008]).

Ergänzt um Literatur und biographische Angaben ist der Band ein Referenzwerk für die Theologie in Palästina der letzten Jahrzehnte und unentbehrlich für alle, die sich dieses Bemühen nicht in Arabisch selbst anlesen können.

Christian Theology in the Palestinian Context
Herausgegeben von
Rafiq Khoury und Rainer Zimmer-Winkel

Seit über 30 Jahren nähern sich Gläubige, Gelehrte und PriesterInnen aus unterschiedlichen Institutionen des Heiligen Landes den Palästinenser(n)Innen und ihrem Kampf um Befreiung, durch das Stellen essentieller Fragen aus einer theologischen Perspektive:

Was bedeutet es hier und jetzt ein/e arabisch palästinensisch Christ/in zu sein?

Was sind ihre Berufungen, Missionen und wer sind ihre Zeugen?

Christian Theology in the Palestinian Context
Herausgegeben von
Rafiq Khoury und Rainer Zimmer-Winkel.
Mit einem Vorwort von Patriarch em.
Michel A. Sabbah
Berlin (AphorismA) 2019 | 978-3-86575-049-5
512 S. |  Hardcover mit Leseband | 30,00 € | Bestellen

Die Hannah Arendt Austellung öffnet in Berlin

Nachdem die vergangenen Wochen von einem mehr oder minder umfassenden Kulturentzug geprägt waren, läßt sich nun beobachten, wie nach und nach wieder einzelne Einrichtungen öffnen. Auch wenn es noch lange dauern wird, bis sich wieder die Konzerthäuser und Theater füllen, ist es nun wieder möglich in ein Musuem, einen Buchladen und hier und da in die ein oder andere Galerie zu gehen. Alles natürlich unter Beachtung des Sicherheitsabstandes und jeglicher weiterer Vorschriften…

So ist seit dem 11. Mai 2020 (Montag dieser Woche) eine Hannah-Arendt-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum zu besichtigen.
Ursprünglich hätte die Austellung zum 18. März diesen Jahres begonnen – aufgrund der aktuellen Pandemie, wurde das Startdatum jedoch verschoben.

Zwar bleibt die Daueraustellung vorerst weiterhin geschlossen, der Pei Bau aber öffnete seine Türen am Montag und lädt die BesucherInnen ein, mehr über den homo politicus Hannah Arendt zu erfahren.

Arendt, 1906 geboren, 1937 von den Nazis ausgebürgert und erst in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt, bestand stets darauf, als Historikerin bezeichnet zu werden und lehnte trotz ihrer zahlreichen philosophischen Arbeiten den Begriff ‚Philosophin‘ ab.
Besonders stark wird mit ihr der Ausdruck Banalität des Bösen assoziiert, welchen sie im Bezug auf die Eichmann-Prozesse entwickelte.

Aber nicht nur Antisemitismus, Totalitarität und Shoa gehörten zu ihren Themen. Sie äußerte sich auch dezidiert zu Flüchtlingsproblematiken, Zionismus, Rassentrennung und dem politischen System der USA, aber auch zu den Studentenprotesten und dem Feminismus. In ihrem Leben spiegele sich das 20. Jahrhundert, so der Ansatz der Ausstellung.

Der Schriftsteller Amos Eron geht sogar so weit zu sagen, daß ohne Hannah Arendt das 20. Jahrhundert gar nicht zu verstehen sei.

Bis zum 18. Oktober 2020 läßt sich die Austellung vorraussichtlich noch besichtigen und steht unter dem Schlagwort: Ausbildung der Urteilskraft.

Zu Hannah Arendt finden Sie folgendes antiquarisches Buch bei AphorismA:

Israel, Palästina und der Antisemitismus. Aufsätze.
Arendt, Hannah Geisel, Eike / Bittermann, Klaus (Hg)

Hannah Arendt
Israel, Palästina und der Antisemitismus.
Aufsätze
Hg. von Eike Geisel und Klaus Bittermann
Übersetzung von Eike Geisel
Berlin (Wagenbach) 1991

Wagenbach Taschenbuch | WAT 196
123 (5) Seiten – ISBN 978-3-8031-2196-7
Bestellen

Projektvorstellung und Ausstellung zu "Märchen im Gepäck"

Vielen Dank an alle Beteilgten, Unterstützer_innen und Gäste für einen tollen Abend zur Projektvorstellung am 11. September! Weitere Photos und Impressionen auf Facebook und der Projektwebsite aphorisma.eu/project.
Die Ausstellung zum Projekt mit Zeichnungen, Skizzen und Improvisationen ist noch bis zum 15. Oktober in der DAFG − Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. zu sehen. Schaut vorbei!
 

Veranstaltungshinweis: Der 1967-Krieg, 50 Jahre danach: Die deutsche Perspektive

Gerne weisen wir auf folgende Veranstaltung des New Israel Fund Deutschland hin. Zeit und Ort: Dienstag, 20. Juni, 19:00 im Roten Rathaus Berlin. AphorismA wird ebenfalls mit einem Büchertisch vertreten sein.
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Der 1967-Krieg, 50 Jahre danach: Die deutsche Perspektive
Eine Veranstaltung des New Israel Fund Deutschland in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Dienstag, 20. Juni 2017, 19:00 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr), Großer Saal, Rotes Rathaus Berlin
Die Veränderungen des Juni 1967 prägen den Nahen Osten bis auf den heutigen Tag. Nachdem das Westjordanland und Ostjerusalem im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs von Israel erobert wurden, befindet sich das Land in einer mittlerweile 50jährigen, völlig erstarrten Realität – geprägt von Gewalt und immer wieder scheiternden Friedensbemühungen auf beiden Seiten. Diese Realität wird zunehmend auch zum zentralen Gegenstand der deutsch-israelischen Beziehungen.
Welchen Einfluss hat der Krieg auf die israelische Zivilgesellschaft, deren Sicherheit laut Angela Merkel „zur deutschen Staatsräson“ gehört? Wie gehen Politik, Medien und Zivilgesellschaft in Deutschland mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt um? Darf die Bundesrepublik sich vor dem Hintergrund der deutsch-jüdischen Vergangenheit einmischen – oder ist es nicht sogar vielmehr ihre Pflicht, gerade aufgrund dieser Vergangenheit?
Anlässlich des 50. Jahrestages des Krieges lädt der New Israel Fund-Deutschland (NIF) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Berlin in das Berliner Rathaus am 20. Juni ein, um diese und weitere Fragen anzugehen. Der NIF ist die führende israelische Organisation zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten in Israel und ist seit 2014 auch in Deutschland vertreten.
Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten unter diesem LINK oder per Mail an koordinator@nif-deutschland.de

Stadtspaziergang zu Wilfrid Israel in Berlin

Der Spaziergang erinnert an Wilfrid Israel, den letzten Direktor des ehemals berühmten Berliner Kaufhauses „N.Israel“. Es stand vom 19. Jahrhundert an direkt gegenüber vom Berliner Rathaus, im heutigen Nikolaiviertel. Dieses Kaufhaus ist heute kaum noch bekannt. Das gilt auch für Wilfrid Israel, der die leitende Rolle im elterlichen Kaufhaus in den 1920er vor allem aus Verantwortungsgefühl übernahm. 1899 in London geboren, wurde er schon in jungen Jahren Pazifist und trat für einen Sozialismus auf der Basis eines genossenschaftlichen Gemeinwesens ein. Menschen in Not zu helfen wurde für Wilfrid Israel schon früh zu einem Bedürfnis: so unterstützte er kurz nach dem Ersten Weltkrieg Menschen, die in Deutschland in Not geraten waren und beteiligte sich an einer Hilfskampagne für die Opfer der Hungerskatastrophen in Sowjetrußland.
Mit: Martin Forberg (MA Neuere Geschichte; Dozent und freier Journalist)
Sonntag, 07.05.2017 14:0016:00
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldung erforderlich
http://calendar.boell.de/de/event/ein-menschenfreund-auf-den-spuren-von-wilfrid-israel-berlin-3


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Von Martin Forberg ist im März der auf der Leipziger Buchmesse vorgestellte „Kleine Text“ 80 über Wilfrid Israel erschienen.

Neuerscheinung: Interreligiöser Stadtplan

Interreligiöser Stadtplan, herausgegeben von Andreas Goetze und Juanita Villamor-Meyer

Erstaunlich, wie vielfältig und zahlreich sich interreligiöse Projekte und Initiativen für die Stadt Berlin engagieren und so einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft leisten!
Ein lohnendes Buch für alle, die sich gesellschaftlich, politisch und spirituell engagieren, dabei die verschiedensten Menschen, ihre Überzeugungen und Kulturen kennenlernen und einen Überblick gewinnen möchten. Denn: Wer religiöse Vielfalt erleben will, muss heute nicht mehr weit reisen. Berlin ist die Stadt mit den meisten Religionsgemeinschaften in ganz Europa. Vielfalt und Pluralität zeichnen die Stadt aus, bergen aber auch Konflikte. Dabei ist es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben, Räume der Begegnung und Verständigung zu eröffnen.
Dieser ‚Interreligiöse Stadtplan‘ (www.interreligioeser-stadtplan.de) ist aus der Arbeit des Berliner Forums der Religionen erwachsen, einem Zusammenschluss von mehr als 100 Menschen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften, spirituellen Bewegungen und interreligiösen Initiativen.
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Berliner Forum der Religionen
Interreligiöser Stadtplan
AphorismA Berlin 2016 | 978-3-86575-061-7
Exemplare können (gegen Erstattung der Versandkosten von 2,50 €) bei AphorismA bestellt werden.

Die Publikation wird auf der Leipziger Buchmesse 2017 in Anwesenheit des Herausgebers   Dr. Andreas Goetze vorgestellt