Mati Shemoelof: Bagdad | Haifa | Berlin

40 ausgewählte Gedichte

Berlin (AphorismA) 2019 | 978-3-86575-076-1
92 S. | Hardcover mit Leseband | 15,00 € | Bestellen – Order

Deutsch-hebräische Ausgabe – Übertragen von Jan Kühne

Mit einem Gedicht in arabischer Übersetzung von Nael Eltoukhy
Nachwort von Jan Kühne

Mati Shemoelof ist Dichter, Autor und Herausgeber (Mehr zur Biographie). Sein Schreiben ist vielfältig und umfaßt Lyrikbände, Theaters .tücke, Artikel und Belletristik. Seine Arbeiten haben bedeutende Anerkennung und Preise gewonnen. Er ist eine der führenden Stimmen arabischer Juden (Mizrahi-Bewegung), war Mitbegründer der Guerilla Culture-Bewegung in Israel. Heute ist er einer der Gründer von Poetic Hafla, einer mehrsprachigen Poesie-Kunst-Musik-Party in Berlin.

2019/2020 wird der Autor an verschiedenen Orten aus seinen Arbeiten lesen, aktuelle Details haben wir hier zusammengestellt, die Liste wird laufend aktualisiert. Bei Interesse an einer Lesung bitte eine Mail an den Verlag schicken.

***

Zum aktuellen Gedichtband Bagdad | Haifa | Berlin

„Mati Shemoelof ( שמואלוף , eigentlich Shmueloff) wurde 1972 in Haifa geboren und lebt seit 2013 als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Gedichte stehen für eine gesellschaftspolitisch engagierte Form israelischer Lyrik, deren Entstehung vor allem im vergangenen Jahrzehnt zu beobachten ist und zunehmend außerhalb von Israel Interesse erweckt.
Als Sprößling irakisch-jüdischer Familie aus Bagdad identifiziert sich Mati überwiegend mit der Kultur arabischer Juden. Diese sogenannten Misrachis (von hebräisch ‚Misrach‘, d. h. Osten) schufen sich in vergangenen Jahren eine eigene Stimme in dem von aschkenasischen, d. h. europäischen Juden dominierten Kulturraum Israels. In Abgrenzung zur aschkenasisch hebräischen und teils auch Hinwendung zur arabischen
Literatur bieten Misrachipoet*innen eine lyrische Alternative zur israelischen Dominanzkultur, die Mati als „eine Art dritter Weg der Poesie“ bezeichnet – jenseits von ‚Homer‘ und ‚Bialik‘ (S. 69). …

War Mati Shemeolof in Israel ein Misrachipoet, der in seinen Gedichten die Familienerinnerungen an Bagdad erkundete, so wurde er in Berlin zum ‚Juden Dichtar‘, wie er sich selbst in dem gleichnamigen Gedicht bezeichnet (S. 9). Es ist das einzige Gedicht, das, abgesehen von einigen hebräischen Zeilen, bereits in Deutsch gedacht und geschrieben wurde. Es mußte beim Übersetzen teils nur noch in deutsche Buchstaben übertragen werden, doch auch bei dieser Transkription ging vom hebräischen Prätext einiges für den deutschen Leser, für den es auch zunächst nicht gedacht war, verloren. Vielmehr wendet sich Mati Shemeolof, bereits in Berlin, darin primär noch an die deutsch-israelische Diaspora. Mit diesem ersten Versuch deutsches Hebräisch, oder hebräisches Deutsch (Hebräeutsch?) zu schreiben kommt auch die Geschichte der europäischen Juden und deren Trauma in seinen Gedichten zum Ausdruck. …“

(Aus dem Nachwort von Jan Kühne)